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Freie Liebe – ein Monolog als Vorwort
#1
Das mit Dir, lieber Olli, fing mit einer Zigarette an. Du bist hin und wieder mit Deinem Fahrrad an mir vorbei gefahren und ich fand Dich eigentlich nur spannend und war beeindruckt wegen Deines unermüdlichen Auftretens trotz Deiner körperlichen Behinderung und wie locker und konsequent zugleich Du Dein Ding in Sachen Selbstbewusstsein durchgezogen und Dich dabei so unbekümmert gegeben hast. Nach einem Stadtbummel sind wir uns dann scheinbar zufällig über den Weg gelaufen, haben uns nett unterhalten und sind uns schnell näher gekommen.

Ja, irgendwie hattest Du meine ungeteilte Aufmerksamkeit und damit mein Interesse an Dir geweckt, obwohl ich über vieles von dem, worüber Du geredet hast, selber schon oft nachgedacht aber das Meiste davon nicht so recht verstanden hatte. Es war ein paar Zigarettenlängen später, als wir dann in meinem kuscheligen Bett lagen und uns streichelten und küssten. Wir haben uns ausgezogen und ohne große Worte darüber zu verlieren jeden Teil unserer beiden Körper erkundet und Liebe gemacht. Als Du Dich am nächsten Tag von mir verabschiedet hast und gegangen bist, warst Du vor allem ein wunderschönes Erlebnis und eine unvergessliche Erinnerung für mich gewesen, was ich bis vor einem halben Tag nicht mal im Ansatz für möglich gehalten hätte.

Dass wir uns nach ein paar Wochen wieder getroffen haben, war eigentlich gar nicht so geplant. Doch ich habe Dich und Deine selbstlose Hingabe an mich dadurch wieder sehr ausführlich genießen dürfen. Aber verlieben konnte ich mich dieses mal nicht, so seltsam es auch klingen mag. Du hast auch überhaupt keinen großen Wind darum gemacht und mir erzählt, dass Du eh lieber frei sein wolltest, was für mich im ersten Moment schon absolut unattraktiv genug und inakzeptabel für eine nähere Freundschaft mit Dir war.

Damals hielt ich diese Eigenschaft an Dir für total feige und fand Dich sehr überheblich und fing an mich tierisch darüber aufzuregen und Dich sogar dafür zu beschuldigen und zu verurteilen, dass Du mich als Frau nicht ernst genug nehmen aber dafür schamlos ausnutzen würdest. Jedoch hast Du mir dadurch klar zu verstehen gegeben, dass Du nicht der Auslöser dafür sein möchtest, dass ich in Schwierigkeiten gerate, weil ich mit meinem halbherzigen Halbwissen, wie Du es damals so treffend bezeichnet hast, irgendwelche Sachen angestoßen hätte, die ich aus meiner damaligen Perspektive heraus gar nicht überschauen konnte, weil dieses Thema eben sehr komplex wäre und im System nicht allzu gerne gesehen würde.

Ich erinnere mich daran, wie ich eines Abends bei Dir zu Hause auf der Couch saß und es kam mir so vor, als würden zwei völlig verschiedene Welten aufeinander treffen. Du hast mir aus diesem Buch „Impressionen aus der neuen Liebeswelt“ vorgelesen, in dem Du detailliert geschrieben hast, dass Beziehungen oder Partnerschaften gewissermaßen sexueller Missbrauch sind, den wir Frauen und Männer jeden Tag aneinander begehen. Aber ich konnte nichts davon verstehen und da Du jemand bist, der niemanden angreifen oder provozieren möchte, hältst Du Dich weitestgehend mit Deinen Ausführungen zurück. Denn Liebe habe in Wirklichkeit nichts mit Verpflichtungen oder Bedingungen zu tun und sei demnach ganz einfach.

Verhältnisse, wie die meisten Menschen sie heutzutage führen wären indoktrinierte Sklaverei, selbst wenn sie von beiden Teilen dem Anschein nach so gewollt seien. Diese Erklärungen von Dir haben mich zu aller erst total verwirrt und im Nachhinein ziemlich schockiert und richtig wütend gemacht. Ich habe Dich beschimpft, für verrückt gehalten und total abgehoben erklärt. Aber nur, weil ich Deine Beschreibungen damals nicht verstanden hatte und nicht darauf vorbereitet war, solche Aussagen von Dir zu hören. Ich hatte vor Dir nur eine feste Bindung gehabt, und diese gründete eben genau auf jenem „sich brauchen lassen“, worüber Du ausführlich mit mir gesprochen hast. Doch schließlich war ich es, die diese enge Beziehung damals beendet hatte, weil ich meinen sogenannten Freund eben nicht mehr brauchte und auch von ihm nicht mehr gebraucht werden wollte.

Und Du? Ja, gerade Du hast vollkommen neue Gedanken in mir, was das betrifft, angestoßen. Eigentlich hätte ich eher von mir erwartet, dass ich verletzt und enttäuscht vor Dir davon gelaufen wäre und mich besser hätte nicht auf etwas einlassen sollen, was mir permanent Angst macht und andauernd Sorgen bereitet. Und es gab so einiges an Dir, was mir beim näheren Hinschauen gar nicht mehr so gut gefiel und mich Deine arrogante Art, so kam es mir damals zumindest vor, auf einmal überall störte.

Zum Beispiel, als Du sagtest, dass sich die Leute immer nur bei Dir melden würden, wenn sie irgendetwas bestimmtes von Dir haben oder ihre Probleme abladen wollten, dass Du Dir dadurch immer ziemlich ausgenutzt vorgekommen bist, Du hingegen überhaupt nichts Verbindliches möchtest und lieber in den Tag hinein leben willst. Das kränkte mich schon ein wenig und brachte mich unheimlich auf. Dennoch war da trotz alledem diese geheimnisvolle und unwiderstehliche Haltung zur Liebe und mit ihr kamen sofort weitere Fragen in mir hoch, nämlich: Wie weit kann diese Liebe, von der ich bisher noch nichts gehört und gesehen hatte, gehen? Darf sie allein auf dem beruhen, was uns Menschen hier und jetzt verbindet oder sogar noch darüber hinaus und haben wir die Freiheit, jederzeit zu entscheiden gehen zu können, wann immer wir es wollen?

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht daran erinnern, dass Du mir jemals etwas versprochen hättest, was Du nicht halten konntest oder nicht sein wolltest und ich habe Deine Denkanstöße ohne groß darüber nachzudenken einfach so an mich herangelassen. Ich weiß auch nicht warum. Sehr wahrscheinlich, weil ich es genauso wollte. Ich habe in der Vergangenheit oft erlebt, dass sich Menschen im Namen der Liebe allerlei Versprechungen gemacht haben und wie leer diese Schmeicheleien jedoch hinterher sein konnten, denn viel zu häufig gingen diese Verbindungen schnell wieder auseinander. Doch die Freiheit, zu gehen oder nein zu sagen, besteht doch sowieso immer, oder nicht? Können wir nicht jederzeit unsere eigene Wahl treffen? Ob das nun anderen gefällt oder sie sich darüber aufregen ist doch im Grunde genommen egal. Wäre es da nicht ehrlicher, schöner und aufrichtiger die Liebe so sein zu lassen wie sie ist und eben nicht an irgendwelche Forderungen, Abhängigkeiten, Erwartungen oder Bedingungen zu knüpfen?

Ich gebe zu, dass es am Anfang pure Neugier bei mir war und sie hat mich dazu befähigt, mich auf Dich einzulassen. Da war auch diese unwiderstehliche Anziehung zu spüren, diese unaufhaltsame Sympathie welche darauf beruhte, dass Du etwas vollkommen Neues und bis dato noch komplett Unbekanntes in mein Leben gebracht hast, so völlig gegensätzlich und anders bedeutend zu meinen bisherigen Vorstellungen, mit denen ich aufgewachsen bin und die man mir seither beigebracht hatte.

Es war meine bewusste Entscheidung, mich auf Deinen Weg zu begeben, um Dich ein Stück zu begleiten und noch mehr über Dich und Deine Liebe zu erfahren. Wie schon erwähnt, hast Du mir nie etwas zugesagt, was Du nicht erfüllen oder halten wolltest und ich habe nicht nur Deine Gedankengänge, sondern auch Dich in Deiner ganzen Männlichkeit gerne in mich aufgenommen, alles was Du jemals für mich warst und bist und mir geben konntest förmlich in mich hinein gesogen und konnte gar nicht genug von Dir und Deiner Leidenschaft bekommen.

Ganz am Anfang wollte ich fest mit Dir zusammen sein, in einer monogamen Beziehung, so wie ich es eben gewöhnt war und so lächerlich und witzig es sich auch für mich in diesem Moment anhören mag. Aber das war zu viel Druck für Dich. Du hättest Dich nicht mehr frei sondern eingeengt gefühlt, schon allein deswegen, weil wir einander sehr gute Freunde waren und das sollten wir nicht kaputt machen sondern uns auf ewig bewahren, hast Du zu mir gesagt. Du dachtest, dass Du allein deshalb Dir eine ganz bestimmte und zugeschriebene, männliche Rolle erfüllen müsstest, die Dir von dieser normierten Gesellschaft so vorgegeben sei bzw. zugeschrieben würde. Doch die Sexualität, so wie Du sie Dir seither vorgestellt und wie Du sie mir immer wieder geschildert und versucht hast zu erklären sei dazu da, um die Menschen wachzurütteln.

Es ginge nur um mein Bewusstsein und sonst gar nichts. Unsere Körper wären von unserem Schöpfergeist erfüllt, welcher sich in allem, was er erschaffen hat, in der Materie selber erfahren und ausprobieren möchte. Sowie ein Künstler, welcher in sein Werk einsteigt, um es im Detail zu studieren und zu erleben. Die äußerlich über unsere Sinne wahrnehmbare und fühlbare Dualität als Individuen (daher auch der Begriff Individualität) sei demnach nur eine Art Illusion. Wir hätten jederzeit die Möglichkeit entweder lieblos oder in Liebe zu handeln. Nur so könnte ich mich selbst besser kennenlernen, weil ich nicht mein Körper sei. Der Schöpfungsakt als solcher hätte gerade erst begonnen und würde möglicherweise nie beendet oder abgeschlossen sein.

Wir befänden uns mitten in der Erschaffungsphase des Lebens und seien nicht hier, um im Schweiße unseres Angesichts hart zu arbeiten und unser Brot zu verdienen, sondern um als kreative Geister unser eigenes Meisterwerk zu begutachten und zu bewundern und auch maßgeblich daran beteiligt, es als authentische Lebewesen mit zu gestalten und weiter auszubauen und heranwachsen zu lassen.

Also bin ich Deinen Weg freiwillig mitgegangen, obwohl ich wahnsinnig verwirrt war und habe mich Deiner direkten Ehrlichkeit schutzlos ausgeliefert, indem ich dieses Buch ohne Rücksicht auf Verluste von vorne bis hinten durchgelesen und Dir bedingungslos vertraut habe. Wie oft hatte ich dabei mit meinen eigenen Gefühlen zu kämpfen, was damit angefangen hatte, dass ich es unheimlich komisch fand, dass Du mich so ganz und gar nicht brauchen wolltest und es mir auch direkt ins Gesicht gesagt hast. Richtig dreckig und beschissen habe ich mich danach gefühlt, als Du mir erzählt hast, dass Du auch mit anderen Frauen und Männern intime Verhältnisse pflegst. Ich habe das damals als persönliche Beleidigung empfunden, ja sogar als Zurückweisung aufgefasst und versucht Dir die alleinige Schuld für mein Versagen zu geben.

Es tut mir immer noch unendlich leid, dass ich so hässlich und eklig zu Dir war. Aber Eifersucht ist ein durchaus gefährliches und vor allem verhängnisvolles Unterfangen. Es kann einem mitunter schnell mal das Herz vergiften und die Sicht verschleiern für das, was wirklich zählt und wichtig ist. Aber im Laufe der darauf folgenden Wochen und Monate habe ich natürlich auch verstehen gelernt, dass Deine Verbindungen mit anderen Menschen rein gar nichts mit mir zu tun haben. Nur weil Du in meinem Herzen mehr Platz einnimmst, den ich Dir jedoch selber einräumt habe, mich mehr meiner Gedanken mit Dir beschäftigen, muss für Dich nicht automatisch das Gleiche gelten.

Ich fing an mich ernsthaft mit diesen Themen und damit meine ich mit meinem Bewusstsein und der unauflöslichen Verbindung zwischen Körper und Geist auseinanderzusetzen und begann erschrocken zu begreifen, wie ungeheuerlich empfindsam und zutiefst traumatisiert wir doch alle durch unser destruktives Verhalten sind und hörte sofort damit auf das nachzuplappern, was andere mir seit meiner frühsten Kindheit an vorgebetet hatten. Denn im Gegensatz zu denen, wollte ich mich nicht mehr weiterhin beeinflussen lassen, weil es nur darauf ankommt zu wissen, dass ich Liebe von vornherein in mir trage und mich von ihr leiten lassen kann, wenn ich es möchte, weil diese Welt, in der wir leben, aus Liebe entstanden ist und wir sie nur für diesen einen Zweck erschaffen haben, womit ich mich dann auch von dieser veralteten Vorstellung verabschiedet habe, was Liebe zu sein hat oder wie sie auszusehen hätte.

Es ist ein ständiges Lernen über das eigene Loslassen, sonst nichts. Wenn ich andere Menschen versuche festzuhalten und an mich zu binden, will ich das Steuer in deren Leben für mich übernehmen. Ich habe aber keine Lust mehr darauf, mich von anderen lenken zu lassen, sondern vertraue nur noch meiner Intuition, die durch mich hindurch fließt. So hast Du es mir erklärt und so fühle ich es heute auch.

Ich habe mir Beziehungen von Freunden und Bekannten deutlicher angesehen, die ihre große Liebe ebenfalls mit zwanghaften Verbindlichkeiten wie Religion, Glaube, Monogamie, Tradition, Hochzeit, Ehe, Familie und gemeinsamen Zukunftsplänen zelebriert und gefestigt haben und ich habe mich dabei erwischt wie ich in manch dunklen Momenten aus purem Neid und reiner Missgunst fast wieder böse darüber wurde, dass Du mir so etwas nicht geben konntest oder auch nicht bieten wolltest. Aber wie fade und eintönig wäre es andererseits gewesen, wenn Du es nur mir zuliebe getan hättest.

Natürlich hätten Deine Worte und Versprechungen mein Herz viel leichter gemacht und höher schlagen lassen, weil ich es so gewohnt war. Aber ich hätte sie nie von Dir wirklich einfordern können, weil es nicht aufrichtig und ehrlich gewesen wäre. Ich weiß aus den Gesprächen und Unterhaltungen mit anderen Menschen, dass viele Leute genauso denken und sich mit exakt den gleichen Themen beschäftigen, die Du in diesem Buch zur Sprache gebracht hast. Nur trauen sich leider die Wenigsten offen darüber zu reden und auch etwas in dieser Hinsicht zu unternehmen. Das finde ich sehr schade.

Ab und zu wollte ich eben auch von Dir unmissverständlich wissen, ob du mich liebst. Ich habe aber auch was dies betrifft verstehen gelernt, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, dass ich weiß, wie Du zu mir stehst, sondern dass ich die Liebe bereits in mir trage und sie mir bei niemand anderem zu holen brauche. Es sei denn, ich möchte sie an andere weiter geben. Damit habe ich mich dann ebenfalls von dieser mehr als nur egoistischen und selbstzerstörerischen Einstellung distanziert, wie Liebe auszusehen hat. Es gibt absolut kein Muss und keine Regeln dafür. Egal wie wir es auch drehen und wenden.

Deshalb finde ich es ja auch so schön, wenn wir ab und zu gemeinsame Ideen haben und ein Stück unseres Weges zusammen gehen, um uns auszutauschen. Denn so ist es ursprünglich angedacht. Aber ich kann und will nichts dagegen tun, wenn es dann auch mal nicht so ist. Alles funktioniert nur über den eigenen Entwicklungsprozess, die Dinge loslassen zu lernen. Deine unfassbare Offenheit bezüglich dieser überaus wichtigen Angelegenheiten, hat sowohl schöne als auch unangenehme Gefühle in mir hervorgebracht und trotzdem habe ich mich dadurch selbst besser kennen gelernt und damit angefangen, eine Verbindung zu mir selber aufzubauen.

In diesen ganzen Jahren mit Dir bin ich mir durch Deine unglaubliche Geduld und Selbstaufgabe sehr viel näher gekommen. Ich habe erkannt, dass ich meinen geschlechtlichen Ausdruck nicht gegen Deinen zu stellen brauche und fühle mich ein wenig dabei ertappt, dass ich ohne zu fragen, in Deine Privatsphäre eingedrungen bin und Du dadurch in so vielen Momenten überfordert mit mir warst und ich von Dir deshalb absolut gar nichts erwarten konnte. Deine Aufrichtigkeit hat sowohl positive als auch negative Emotionen in mir hervorgebracht und so habe ich mich selbst deutlicher wahrnehmen und lieben gelernt.

Ich fing auf einmal an zu begreifen, dass wir uns unser Leben höchstens bereichern können und uns dafür nur mit etwas mehr Respekt begegnen sollten, weshalb ich heute viel besser als früher dazu in der Lage bin für mich allein zu sorgen und auf mich acht zu geben. Ich habe damit aufgehört mich permanent auf andere zu verlassen. Niemals könnte ich einfach so wieder nur bei Dir hereinschneien und von Dir erwarten, mich glücklich zu machen. Das hätte rein gar nichts mit unserer Liebe zu tun.

Du hast mich immer dazu ermutigt, all die Freiheiten, die Du Dir einfach nimmst, auch für mich zu nutzen ohne andere damit zu übergehen oder zu verletzen. Dadurch konnte ich den Krieg, den ich bisher in mir immer gegen mich selbst geführt habe sofort beenden. Ich weiß, dass ich jeden Tag hätte gehen können, wenn es mir gefallen hätte. Du wärst vielleicht traurig darüber, aber niemals ernsthaft enttäuscht von mir gewesen und daran gehindert hättest Du mich sowieso auch nie. Selbst wenn ich Wochen, Monate oder Jahre unterwegs wäre, würdest Du mich zwar vermissen und Dich um mich sorgen aber niemals versuchen mich daran zu hindern oder dabei aufhalten, meine eigenen Erfahrungen zu machen und weiter zu forschen.

Du hast mich in allem wonach ich strebe so sehr bestärkt und ermutigt. Genauso wie Du, pflege auch ich mittlerweile mehrere intime und liebevolle Verbindungen zu anderen Frauen und Männern und ich gestehe hiermit hoch und heilig, dass es besonders einzigartige und wunderschöne Momente und sagenhafte Augenblicke mit diesen wunderbaren Geschöpfen sind, die wir intensiv miteinander verbringen, auch wenn ich mein Herz einst nur Dir allein schenken wollte, womöglich aus dem Grund, dass Du es nie wirklich eingefordert oder von mir erwartet hast, weil Du mir meinen Lebensweg nicht verbauen wolltest.

Die Liebe ist ein seltsames Spiel, so heißt es doch in einem uralten Lied. Deshalb gibt es für nichts und niemanden eine Garantie. Das Einzige was uns Menschen jemals verbindet und zusammenhält, ist stets die Ehrlichkeit und das Vertrauen füreinander und das Wissen darüber, wer und was wir in Wirklichkeit sind. Wenn wir in Gewissenskonflikte geraten, in denen wir meinen, dass etwas vermeintlich zwischen uns steht oder uns voneinander trennt, sprechen wir offen darüber und übernehmen automatisch die Verantwortung für uns selbst.

Dabei kommt dann wirklich alles auf den Tisch, was uns bewegt. Egal wie dringend oder unwichtig es uns auch erscheint. Unsere Gespräche waschen alle Vorbehalte und Erwartungen gründlich wieder ab. Wir sitzen dann nackt und entblößt voreinander. Selbstverständlich kann dies der oder dem einen oder anderen hin und wieder auch mal ganz heftige Emotionen bereiten, aber es gibt nichts schöneres als sich offen und ehrlich einander hinzugeben. Mittlerweile denke ich wirklich so darüber, dass ich gar nicht mehr anders möchte, weil ich es für unser gesamtes Grundvertrauen einfach absolut notwendig halte.

Es sind nun einige Jahre mit Dir vergangen. Manch Außenstehender würde wohl sagen, es sei eine Art offene Beziehung oder polyamore Affäre, die wir beide führen oder haben aber das ist es nicht. Es gibt weder einen Deal noch irgendwelche Abmachungen oder Vereinbarungen zwischen uns. Wir haben eine wunderbare Verbindung zueinander, in der es nicht die geringste Sicherheit auf eine festgesetzte, gemeinsame Zukunft für uns gibt. Das brauchen wir auch nicht, denn dadurch dass wir uns untereinander immer wieder einen gewissen Abstand bewahren, ist die hauptsächliche Ursache dafür, dass unsere Verbindung schon so lange besteht und auch weiterhin nicht langweilig werden wird, denn auch ich bin mitunter sehr aktiv geworden und froh darüber ein Teil unseres Sinneslust-Netzwerk zu sein.

Mir ist klar, dass das zivilisierte Familienbild für uns so nicht in Frage kommt. Doch bin ich an einen Punkt gekommen, wo ich auch mal gerne über ein gemeinsames Kind mit Dir nachdenke, sowie mit anderen Männern. Nur ganz langsam und ohne Stress. Was sollte ich auch dagegen tun? Dieser Wunsch ist eben da und wächst in mir als Frau immer mehr heran. Ich habe es Dir auch schon öfter gesagt, möglicherweise zu oft, weil ich Dich mal wieder aus Deiner Reserve locken wollte. Ich möchte Dich jedoch zu nichts überreden und Dich einfach sein lassen wie Du bist, auch ohne dieses klare „ja“ oder „nein“ von Dir zu hören. Es gibt noch so viele Dinge, die ich von Dir wissen will und lernen möchte, deshalb lasse ich Dich einfach neben mir wachsen wie ein Baum, ein Strauch oder eine Blume. Das Gras wächst schließlich auch nicht schneller, wenn wir daran ziehen. Nicht wahr?

Du hast mir beigebracht der einzig wahren Liebe zu vertrauen. Immer wenn Du Dich still und heimlich zurückgezogen und nicht geantwortet hast, was mich damals total rasend gemacht hat, habe ich mich dabei beobachtet, wie mich diese alten, an trainierten Verhaltensmuster andauernd wieder einholen wollten und ich fing automatisch damit an, Deine Reaktion, in welcher Form auch immer, zu bewerten. Ich kann Dir aber in Wahrheit keine Schuld für irgendetwas geben, weil ich weiß, dass Du keine Verantwortung für mein Leben übernehmen kannst, da nur ich dafür verantwortlich bin. Das würdest Du auch nie von mir wollen oder zulassen, nicht weil Du Dich aus Rücksichtslosigkeit und Herzlosigkeit vor mir verstecken wolltest, sondern zu meinem eigenen Schutz vor mir selber.

Ich hätte mich dermaßen in dieses Konstrukt der Ohnmacht hinein steigern und noch so sehr die Fassung verlieren können, dass Du es mir mit meinen damaligen Augen immer wieder so schwer gemacht hast, gerade weil ich so weit mit Dir gegangen bin, wobei es absolut nichts gebracht und nur für Verletzung, Enttäuschung und Ärgernis gesorgt hätte. Denn solch eine Rechnung, wie ich sie mir bis dahin zurechtgebastelt hatte, geht in der echten Liebe nun mal nicht auf und ich sehe auch keine Alternative.

Deine männlichen Bedürfnisse sind genauso wichtig wie meine Weiblichen. Wir alle sind die Liebeströpfchen der Schöpfung eines Geistes. Deswegen möchte meine Vagina genauso liebevoll gestreichelt und berührt werden wie Dein Penis. Dazu haben wir uns erschaffen. Es wäre deshalb nicht sinnvoll, wenn wir all das aufgeben würden, was in den letzten Jahren zwischen uns und um uns herum entstanden ist. Aber soll ich jetzt Angst davor haben, dass Du eventuell anders reagieren könntest als ich es mir vorstelle, nur weil ich mich auf meine natürlichen Sehnsüchte, Vorlieben und Neigungen einlasse? Nein, ganz im Gegenteil. Denn dann hätte ich ja nichts von Dir gelernt.

Unsere Verbindungen können somit nicht aus Verpflichtungen und Abhängigkeiten bestehen, sondern nur freie Liebe und offene Sexualität in natürlicher Freundschaft sein. In solch einer Lebensgemeinschaft sollten ebenso unsere Kinder wohlbehalten und völlig unbeschwert aufwachsen können. Deswegen finde ich es ja so schön, dass wir immer wieder zusammenkommen, wie beim allerersten Mal und obwohl ich keine Ahnung davon habe, was uns die Zukunft noch alles so bescheren wird, lasse ich mich dennoch unglaublich gerne auf dieses Abenteuer ein. So wie Du, will auch ich nur noch der einzig wahren Liebe folgen, die Du mir gezeigt hast. Darum liebe ich mich durch Dich und jede andere Frau und jeden anderen Mann und danke mir und vor allem Euch von ganzem Herzen dafür, dass wir alle einfach da sind, um hier auf unserer wundervollen Erde zu leben und es uns nach allen natürlichen Regeln der Liebeskunst gut gehen zu lassen und uns umeinander zu kümmern. Ob unsere Erde nun rund oder flach ist, können wir weder dementieren noch bestätigen. Doch eine Kugel ist begrenzt in ihrem Umfang aber eine Fläche endlos in ihrer Weite!

Es sind weder komplizierte, mathematische Gleichungen, noch abstrakte, geometrische Formeln, mit denen wir ganz leicht feststellen können, wie unser Lebensraum hier in Wirklichkeit beschaffen ist. Dies funktioniert wiederum rein über die Auffassungsgabe unserer natürlichen Sinne. Es geht also im Grunde genommen nur darum, genau zu beobachten, wie wir diese Welt und alles was in ihr ist wahrnehmen und nicht irgendwelchen vorgegebenen und bis dato noch nie nachgewiesenen Konzepten nachzueifern. Nur wenn wir unseren Blick und damit unsere Aufmerksamkeit nach innen ausrichten und in uns hinein fühlen, werden wir die Wahrheit herausfinden.

Allen anderen sei gesagt: Es gibt weder das Gute, noch das Schlechte in dieser Welt. Deswegen braucht Ihr auch keine Helden, die für Euch gegen einen imaginären Gegner kämpfen oder einen Messias, der Euch von dem Bösen erlöst. Denn das ist genau das, was Ihr glauben sollt, weil es von Euch so und nicht anders erwartet wird. Alles was Ihr bisher gelernt habt und worauf Euer Weltbild aufgebaut wurde und Eure Vorstellungen, wie das Leben zu sein hat, beruhen, sind nichts weiter als die leeren Versprechungen und erfundenen Behauptungen jener, die diese Matrix in Euren Verstand hinein programmiert haben und Ihr habt alles als gegeben hingenommen und Euch bisher noch nie getraut, diese Lügen ernsthaft anzuzweifeln und selbstkritisch zu hinterfragen.

Somit stellen diese beiden Bewertungen, ob nun gut oder schlecht, an und für sich gar kein Absolutum in ihrer in Wahrheit gar nicht so dogmatisch, unumstößlichen Festigkeit dar und in dem, was sie zu sein vorgeben, sondern sind lediglich in Betracht gezogene Möglichkeiten eines willkürlich in Gang gesetzten, jeweiligen Ablaufs oder einer jeweiligen Abhandlung, in den oder die Ihr Euch habt unbewusst hineinziehen und verstricken lassen, in welche Ihr jedoch jederzeit selbstbewusst und eigeninitiativ eingreifen könnt, um diese scheinbar schicksalhaften Bewegungen sofort aufzulösen und hinter Euch zu lassen, wenn auf unserer Welt mal wieder etwas augenscheinlich droht aus den Angeln oder dem Ruder zu geraten. Nichts davon war jemals echt – alles ist bloße Einbildung gewesen.

Probiert nicht, den Sinn Eures Lebens mit Eurem konditionierten Verstand zu begreifen, das ist nämlich nicht möglich, sondern übt Euch von Eurer Intuition erfüllen und begeistern zu lassen. Achtet daher vor allem auf diese eindeutigen Signale, die Euch Euer Körper und Geist unmissverständlich zu verstehen geben und handelt ab sofort nur noch nach Euren natürlichen Empfindungen und Eurem eigenen Ermessen. Hört damit auf anderen zu schaden, weil Ihr Euch dadurch ständig selber nur verletzt. Begreift endlich dieses Spiel, was jene Geheimbünde seit vielen hundert Jahren aus dem Verborgenen heraus mit Euch treiben.

Wir sind hier um uns zu lieben und nicht, um gegen uns zu kämpfen. Denn sobald Ihr Euch über jemanden aufregt und Euren Ärger unkontrolliert herauslasst, richtet Ihr Eure Energien stets gegen Euch selbst. Darum solltet Ihr versuchen unbedingt mehr Einfühlungsvermögen aufzubringen, denn das was Ihr anderen antun, fügt Ihr Euch im Grunde genommen nur selber zu. Sobald Ihr Menschen Euch darüber bewusst werdet und aus Eurem Tiefschlaf erwacht, und damit aufhört Euch diese sinnlosen Verstümmlungen, wie Ihr sie an meinem Beispiel sehr gut erkennen konntet, selber beizubringen, legt Ihr den Weg frei, wodurch andere Euch ebenfalls nachfolgen können, sogar über Inkarnationen und somit durch die Erschaffung, sprich Zeugung, eines neugeborenen Menschen. Deswegen betrachteten wir Tiere auch nicht als wirtschaftliches Gut sowie andere es tun, sondern verstehen sie als ebenbürtige Lebewesen.

Ich weiß, wie verdreht und absurd sich das alles auf den ersten Blick für Euch anhört. Aber durch das, was ich gelernt und erfahren habe, bin ich davon überzeugt, dass alle Menschen eines Tages erwachen werden, weil diese inszenierten und hinterlistigen Spielchen eben niemals diesen gesamten Aufwachprozess jemals verhindern können, allenfalls nur verzögern. Allein aus dieser durchaus motivierenden Vorstellungskraft heraus, wird es uns möglich sein, genügend Hoffnung zu schöpfen und ausreichend Mut aufzubringen, um unsere Welt zu verändern. Darum empfehle ich jeder Frau und jedem Man auf dieser Erde, dieses Buch hier nicht nur zu lesen, sondern auch eingehend zu studieren und Euch selber auf den Weg Eures Lebens zu machen!

Schon als kleines Mädchen spürte ich, dass unsere Welt, so wie sie mir von klein auf dargestellt wurde, nicht stimmen konnte. Ich sah immer wieder Bilder in meinem Kopf von einer Gesellschaft, in der es keine Schule, keine Ausbildung und keine Arbeit unter Zwang gab und in der jede Frau und jeder Mann einfach das machte, was ihr oder ihm wirklich lag. In der alles, was man tat, eben echte Leidenschaft und pure Hingabe war. Eine Liebeswelt voller blühender, wunderschöner und erotischer Gemeinschaftsgärten, wo jeder Mensch seine private Intimzone hatte, um sich entweder mit sich allein zu beschäftigen oder mit anderen in Ruhe zurückziehen zu können, um wieder völlig ausgeglichen, entspannt und erholt zu werden. Eine vollkommen zufriedene Harmonie mit sowohl glücklichen und fröhlichen Tieren, als auch lachenden Menschen.

Diese Gedanken waren so überaus deutlich in mir zu sehen, als wären es Erinnerungen aus einer längst vergangenen Epoche. Ich wusste jedoch nie, woher diese wundervollen Eindrücke dieser heilen Welt kamen, bis ich eines Tages Dir, mein lieber Olli, über den Weg gelaufen bin und dieses wunderbare Buch hier von Dir in meine Hände bekam. Und auf einmal begann alles für mich einen Sinn zu ergeben und ich konnte diese paradiesische Landschaft aus meinen Geistesblitzen endlich bei ihrem Namen nennen sowie Du, weil Du diese Liebeswelt eben auch schon oft seit Deiner Kindheit in Deinen Träumen gesehen hattest.

Ich fing an zu begreifen, dass die Harmonie – wo Verbindungen aus Leidenschaft geschehen, keine fixe Idee von Dir war, sondern eine Offenbarung und damit ein Hinweis darauf, dass wir einst alle hier auf unserer wunderschönen Erde in einem herrlichen Paradies zusammen lebten und das könnten wir auch genau wieder so haben, wenn wir nur wollten. Es liegt also nur an uns selbst, in welche Stimmungen wir uns jeweils zueinander begeben möchten, damit aus unserer zivilisierten Gesellschaft zukünftig wieder eine einzigartige Hochkultur der harmonischen Gemeinschaft werden kann. Wo sich in der offen gelebten Sexualität so unendlich viele, nützliche und äußerst lehrreiche Schlüsselreize für kreative Gedanken und fantastische Inspirationen finden lassen, die anderen nicht nur dabei helfen aufzuwachen, sondern ihnen auch ihre angeborenen Fähigkeiten, Begabungen und Talente näher bringen, die nicht, wie gedacht, im Bereich von Erwerbstätigkeiten liegen, sondern unendlich weit darüber hinaus gehen, um unsere natürlichen Sinne neu zu aktivieren und füreinander einzusetzen. Und darauf bin ich schon wahnsinnig gespannt.

In purer Lust, von einer Freundin der neuen Liebeswelt.
Wenn wir nicht leben was wir fühlen, wird unser Leben sinnlos!
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